Archive for Oktober, 2009

Public Enemies

Public EnemiesIst ein Spielfilm der das Leben(bzw. die letzten Monate) von John Dillinger darstellen soll. Dillinger war Anfang der 1930`er Jahren ein gefürchteter Bankräuber in den vereinigten Staaten. Er war der erste Mensch, der vom F.B.I. zum Staatsfeind Nr.1 erklärt wurde, doch unter der Bevölkerung galt er als eine Art moderner Robin Hood.

Also meiner Meinung nach ist das eine spitzen mäßige Story für einen Film und wenn dann noch Johnny Depp die Hauptrolle spielt sollte eigentlich nichts mehr schief gehen. Dennoch ist Public Enemies nicht überragend geworden, der Film ist langatmig, undurchsichtig und zum Teil echt langweilig. Woran das liegt ist schwer zu sagen, wahrscheinlich wurden einfach zu wenige Emotionen geweckt. Der Zuschauer war zu keinem Zeitpunkt auf der sprichwörtlichen Seite von Dillinger oder des F.B.I.`s. Und somit blieb ein Mitfiebern aus, obwohl Johnny Depp einen recht glaubwürdigen John Dillinger abgab. Ebenfalls keine schlechte Arbeit verrichtete Christian Bale, der als FBI-Beamte Melvin Purvis zu sehen ist.

Vor allem der Anfang ließ zu wünschen übrig, der Zuschauer wird mehr oder weniger ohne nennenswerte Informationen über John Dillinger oder dessen Bande, quasi im Regen stehen gelassen. Der Film startet am 13. Oktober 1933 als Dillinger nicht mal mehr ein Jahr zu leben hat. Kein Wer ist?, kein Was? und gleich gar kein Warum? Eine kurze Rückblende auf dessen Kindheit und Jugend hätten der Figur ein glaubwürdiges Gesicht gegeben. Nach genau diesem Prinzip funktionierten ja die meisten Biographischen Filme immer sehr gut. Als Beispiel bringe ich jetzt mal Blow, der ebenfalls aus dem Leben eines großen Gangsters berichtet und in dem ebenfalls Johnny Depp die Hauptrolle übernimmt. Blow schafft es den Zuschauer ab der ersten Minute mitzureisen, mit Public Enemies kann sich der Zuschauer dagegen nur schwer identifizieren.

Natürlich hat Michael Mann bei Public Enemies nicht alles verkehrt gemacht. Denn das komplette 30`er Jahre Set mit seiner unglaublichen Detailtreue konnte mich voll und ganz überzeugen. Die Actionszenen sind ebenfalls sehr gut dargestellt und wurden sogar teilweiße an den original Schauplätzen gedreht. Vor allem die Verfolgungsjagd quer durch einen nächtlichen Wald ist an dieser Stelle zu erwähnen, denn die Geschwindigkeit und die Kamerafahrten konnen durchaus überzeugen, erinnern vielleicht auch etwas an Mann`s bisher besten Film Heat.

Fazit: Bei Public Enemies macht Michael Mann genau die gleichen Fehler wie schon zuvor bei Miami Vice, zu wenig Emocion, zu wenig Story, zu wenig Hintergründe. Dennoch ist Public Enemies kein Totalausfall, da doch viel über das Leben in den 30siger Jahren perfekt dargestellt wird. Auch die Ationszenen müssen sich nicht verstecken. Trotzdem ist der Film nur etwas für Freunde von alten Autos und dem Amerika der dreißiger Jahre.

Dead Snow - Ein(s) Zwei Die

Dead SnowDas die Norweger einen sehr derben und schwarzen Humor haben dürfte durch den Film Dead Snow auch dem letzten bewusst werden. Der Norweger Tommy Wirkola bringt mit Dead Snow einen echten Splatter Kracher mit einen Schuss Humor in die heimischen Bluray Player. Ja leider wieder einmal eine Direkt to DVD Produktion, eigentlich sehr schade aber darauf werden wir uns wohl in der nächsten Zeit immer häufiger einstellen müssen.

Der Film handelt von einer Gruppe junger Medizinstudenten, die ihre Ferien in einer entlegenen Skihütte, irgendwo in den Bergen von Norwegen, verbringen möchten. Als sie einen wunderlichen alten Mann treffen, der ihnen Geschichten aus dem zweiten Weltkrieg erzählt, lachen sie noch. Doch die schreckliche Wahrheit werden sie noch früh genug erfahren. Denn in dieser Gegend ist irgendetwas, irgendwo in den Wäldern, in denen der gefürchtete General Herzog einst die Bevölkerung terrorisierte. Richtig geraten es handelt sich um Nazizombies die sich auf einer ewigen Suche nach dem verschollenen Nazigold befinden und genau das haben die Freunde ganz aus Versehen gefunden. (und ich dachte immer Uwe Boll hätte das gefunden)

Dead Snow ist ein klassischer Splatter Film ähnlich wie “Tanz der Teufel” oder “Braindead“, es wird weder an Blut noch an gelegentlichen Enthauptungen oder abgetrennten Gliedmaßen gespart. Weiterhin erinnern auch einige Elemente an bekannte Horror Komödien wie „Shaun of the Dead” oder „Die Nacht der lebenden Looser”. Bei der Produktion handelt es sich um einen klassischen B-Movie also sollte man keine monströsen Effekte erwarten. Dennoch ist Dead Snow ein wirklich interessanter Film, denn Nazizombies sind mir bis jetzt noch nicht begegnet, außerdem legen die, doch in Deutschland recht unbekannten, Schauspieler eine ganz brauchbare Leistung an den Tag. Die Figuren sind allesamt eine Karikatur der Figuren aus anderen bekannten Horrorfilmen. Von naiven, gut aussehenden, blonden Dummchen bis zum Filmfreak, der ein Braindead T-Shirt trägt und Tanz der Teufel zitiert ist alles dabei.

Das Beste an Dead Snow ist eindeutig die zweite Filmhälfte, da es ab diesem Zeitpunkt so richtig zur Sache geht und sich der Schnee rot färbt.

Fazit: Dead Snow ist genau der richtige Film für alle Horror und Comedy Fans, die etwas für den Scharm eines B-Movies übrig haben. Und da es zur Zeit sowie so nichts anderes in der Richtung gibt (Ja! Wo bleibt eigentlich Lesbian Vampire Killers, der könnte auch etwas werden) gehört der Film zum Pflichtprogramm und außerdem was bitte kann an bösen Nazizombies in einem Horrorfilm so verkehrt sein.