Inglourious Basterds

inglourious-basterdsEndlich hat es Quentin Tarantinos sechster Film(wenn man Kill Bill als jeweils einen Film zählt) in die Kinos geschafft. Da sein letzter Film Death Proof doch mehr als enttäuschend war meldet sich Mister Pulp Fiction mit einem Paukenschlag zurück. Inglourious Basterds ist ein Meisterwerk geworden, vielleicht das Meisterwerk auf das wir alle gewartet haben. Allein schon die Starbesetzung ist eine Klasse für sich, neben Eli Roth, Brad Pitt, Till Schweiger, Mélanie Laurent, Diane Kruger, Daniel Brühl konnte vor allem Christoph Waltz als SS-Standartenführer Hans Landa alias „der Judenjäger“ überzeugen. Selten habe ich eine Figur gesehen die so perfekt dargestellt und gespielt wurde. Sobald Walz in einer Szene auftaucht bestimmt allein er das Geschehen, aber nicht mit überheblicher Arroganz, sondern eher mit ruhiger Überlegenheit. Und das ist wirklich ganz große Klasse, dafür sollte auf jeden Fall eine Oscar Nominierung drin sein.

Auch Mélanie Laurent liefert eine durchaus ansehnliche Leistung ab. Sie spielt die junge Jüdin Shosanna Dreyfus, deren ganze Familie von dem „Judenjäger“ ausgelöscht wurde. Später leitet sie ein Kino in Paris welches sie von ihrer Tante und ihrem Onkel erbte. Ihr leicht eingeschüchtertes Auftreten und ihre Rachephantasie machen sie zu einer sehr interessanten Figur.

Dann wäre da noch Brad Pitt, welcher den von Indianern abstammenden Lt. Aldo Raine spielt. Seine Leistung war auch sehr anständig doch im Vergleich mit Christoph Waltz oder Mélanie Laurent nur zweitklassig. Auch Eli Roth konnte bei seinen kurzen Auftritten nur zum Teil überzeugen aber er hatte ja auch nur eine kleine Nebenrolle.

Als sehr schön empfand ich, dass auch einige Deutsche Schauspieler dabei waren. Daniel Brühl spielt sogar eine relativ wichtige Rolle als Frederick Zoller, einem Deutschen Schafschützen, der zu Ruhm gelang als er 300 Soldaten von einem Kirchturm in 3 Tagen erschoss. Dessen Lebensgeschichte wurde von Joseph Goebbels verfilm und soll im Kino von Shosanna Dreyfus Premiere feiern. Auch Till Schweiger ist als deutscher Schauspieler dabei, er spielt einen der Basterds. Es mag ja sein das Till Schweiger ein guter Schauspieler ist und in den meisten Filmen den 0815 Deutschen perfekt darstellt aber jedes Mal wenn ich ihn sehe warte ich in Gedanken nur darauf das er in seinen Opel Manta steigt um sich ein Rennen mit einem Golf zu liefern. Schon erstaunlich wie ein einziger Film einen Schauspieler so prägen kann.

Die gesamte Inszenierung ist natürlich wie in jedem Tarantino Film bis ins kleinste Detail perfekt. Was aber nicht bedeutet, dass sich der Film an irgendwelche Historischen Fakten hält, ganz im Gegenteil QT schreibt die Geschichte einfach neu. Also mit aller Deutlichkeit: „Das ist kein Film für Leute die schon bei Staufenberg den Kopf schüttelten“. Auch die Kameraführung wirkt sehr beeindruckend, vor allem die Schwenks über mehrere Etagen oder Räume sind einfach genial dargestellt.

So jetzt kommen wir zu den Knackpunkt des Filmes. Wie in jedem seiner Filme legt QT wieder das Hauptaugenmerk auf die Dialoge. Aber um es vorweg zunehmen es ist nicht so schlimm wie bei Death Proof, bei weitem nicht! Die meisten Dialoge sind auch genial und super lustig inszeniert, aber mache ziehen sich schon ein wenig.

Fazit: Inglourious Basterds muss man einfach gesehen haben und viel mehr gibt’s dazu nicht zu sagen.

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4 Kommentare so far »

  1.  

    Marc Walter said

    September 2 2009 @ 15:32

    Ein absolut sehenswerter Film! Trotz der 2 1/2 Stunden Spielzeit, wird es nie langweilig. Alle Szenen haben ihre typische Tarantino-Berechtigung. Jeder Dialog macht Sinn.

    Christoph Waltz spielt die Rolle des Judenjägers einfach nur genial. Weniger gefallen hat mit Daniel Brühl als Kriegsheld.

    Werde mir den Film demnächst nochmal in Originalton ansehen. Da wirkt das ganze nochmal authentischer.

    10/10 Punkten!

  2.  

    Film Blog said

    September 3 2009 @ 09:05

    Mich würde der Film auch in Originalton interessieren. Vor allem ob am Anfang das Deutsch oder das Französisch synchronisiert wurde. Es wäre natürlich super wenn sie die deutschen Parts unsynchonisiert mit Untertitel zeigen würden.

  3.  

    Phantomscherz said

    September 23 2009 @ 03:05

    Ich habe den Film letzte Woche gesehen.
    Es hat in meinem kleinen Städtchen etwas gedauert, bis der Film im Original (mit Untertiteln lief).
    der Film selbst ist wirklich packend.
    Ein perfekt inszenierter Italo-Western-Action-Psycho-Drama-Kammerspiel-usw-Kracher… Tarantino protzt ja immmer wieder gerne mal seine Cineasten-Nerd Kenntnissen.

    Der Film ist dreisprachig (französisch, englisch, deutsch) und in der deutschen OmU-Version waren die englischen und französischen Teile untertitelt. (Es wird auch ein wenig italienisch geredet, aber das ist nicht so relevant für die Handlung)
    Da ich mich nach dem Kinobesuch fragte, wie denn dieser Film überhaupt als deutschsprachige Version funktionieren soll, rief ich einen Freund an, der Inglorious Basterds auf deutsch gesehen hatte, um ihn zu fragen: In der deutsch Synchro sprechen alle außer den Franzosen deutsch.

    Das ist - meiner Meinung nach - totaler Bullshit.
    Inglorious Basterds ist ein Film in drei Sprachen.
    Er funktioniert nur in zwei Versionen:
    1. Original ohne Untertitel (wenn man die drei Sprachen spricht)
    2. Original mit Untertiteln

    Alles andere, d.h. jegliches nachsynchronisieren “zerstört” den Film.

  4.  

    Film Blog said

    September 23 2009 @ 16:49

    Danke für die Info! So etwas in der Art habe ich mir schon gedacht. Denn der wohl bekannteste Spruch dieses Films “That’s a Bingo!” ist ja nunmal auf Englisch. Trotzdem würde mich interessieren wie die Deutschen Dialoge bei den Amis ankommen. Die kennen ja sonst nur die deutschen Worte Sauerkraut und David Hasselhoff.

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